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Binnenschifffahrtsfunk · Mosel · Luxemburg & Grenzregion

Funk an Bord

Welcher Kanal an welcher Schleuse, wie man einen Notruf absetzt und was man in Luxemburg für ein Funkgerät braucht. Alles auf einer Seite, komplett gratis.

Funkspruch-Assistent öffnen Situation eintippen, fertigen Funkspruch mit Kanal und Position bekommen. Das Wichtigste in 20 Sekunden
Kanal 10Schiff–Schiff. Erster Anrufkanal auf der Mosel, Dauerhörwache.
SchleusenkanalJe nach Schleuse 18, 20, 22, 78, 79, 81 oder 82. Tabelle unten.
Kanal 77Private Gespräche von Schiff zu Schiff. Sonst nirgends plaudern.
Kanal 70DSC. Auf Binnenwasserstrassen verboten — Gerät auf ATIS stellen.
1 WattMaximale Sendeleistung für Schiff–Schiff, Hafen und Bordfunk.
Kanal 16Seefunk-Notkanal. Binnen nur in gemischten Zonen relevant.

Schleusenfunk Mosel — Metz bis Koblenz

Auf der Mosel ruft man die Schleuse auf dem Verkehrskreis Nautische Information. Jede Schleuse hat ihren eigenen Kanal — der wechselt alle paar Kilometer. Die luxemburgischen Schleusen Grevenmacher – Wellen und Stadtbredimus – Palzem werden im deutsch-luxemburgischen Kondominium gemeinsam betrieben.

Kleinfahrzeuge (unter 20 m) müssen keine Funkanlage an Bord haben. Wer eine hat, muss sich aber an die Regeln halten — und kommt an der Schleuse deutlich schneller durch.

Schleuse Mosel-km Land UKW-Kanal Telefon Sportbootschleuse
Koblenz 1,94 Deutschland 20 +49 261 9819-3850 ja
Lehmen 20,76 Deutschland 78 +49 2607 940921 ja
Müden 37,11 Deutschland 79 +49 2672 9376-21 ja
Fankel 59,38 Deutschland 81 +49 2671 916780 ja
St. Aldegund 78,37 Deutschland 82 +49 6542 937121 ja
Enkirch 103,01 Deutschland 18 +49 6541 837221 ja
Zeltingen 123,84 Deutschland 20 +49 6531 962921 ja
Wintrich 141,48 Deutschland 22 +49 6534 9376-0 ja
Detzem 166,18 Deutschland 78 +49 6507 9381-21 ja
Trier 195,76 Deutschland 79 +49 651 3609-200 ja
Grevenmacher – Wellen 212,83 LU / DE 18 +352 75 04 24 ja
Stadtbredimus – Palzem 229,86 LU / DE 20 +352 23 66 95 53 ja
Apach 242,43 Frankreich 20
Koenigsmacker 258,18 Frankreich 20
Thionville 269,79 Frankreich 20
Orne (Richemont) 277,50 Frankreich 20
Talange 283,41 Frankreich 20
Metz 297,28 Frankreich 20
Ars-sur-Moselle 306,70 Frankreich 20
Pagny-sur-Moselle 318,10 Frankreich 20
Blénod / Pont-à-Mousson 331,50 Frankreich 20
Custines 343,70 Frankreich 20
Pompey / Frouard 347,76 Frankreich 20
Aingeray 355,65 Frankreich 20
Fontenoy-sur-Moselle 363,62 Frankreich 20
Toul 370,58 Frankreich 20
Villey-le-Sec 378,82 Frankreich 20
Neuves-Maisons 392,10 Frankreich 20

Bootsschleusen und Bootsgassen sind vom 1. April bis 31. Oktober bei Tageslicht in Selbstbedienung in Betrieb (max. 18 m Länge, 3,30 m Breite, 1,50 m Tiefgang). Von November bis März schleusen Sportboote in der grossen Kammer mit. Alle französischen Moselschleusen arbeiten auf Kanal 20. Welcher Kanal gilt, steht auch am Tafelzeichen B.11 an der Schleuse. Antwortet niemand, gibt es an den luxemburgischen Schleusen eine Sprechstelle vor Ort.

Kanal-Finder

Die Kanalzuteilung im Binnenschifffahrtsfunk richtet sich nach dem RAINWAT-Abkommen, das Luxemburg mitunterzeichnet hat. Ein Kanal, der in einem Land frei ist, kann im Nachbarland gesperrt sein — die Spalte «F» zeigt den Status in Frankreich nach ANFR.

Kanal Schiff sendet Land sendet Betrieb Verkehrskreis F Hinweis
06 156.300 = 156.300 Simplex Schiff–Schiff  in F erlaubt Auf dem Rhein zwischen km 150 und 350 gesperrt.
08 156.400 = 156.400 Simplex Schiff–Schiff  in F erlaubt
09 156.450 = 156.450 Simplex Nautische Information ! in F eingeschränkt Nicht innerhalb von 40 km zu Küste und Ästuar.
10 156.500 = 156.500 Simplex Schiff–Schiff  in F erlaubt Erster Schiff-Schiff-Kanal. Dauerhörwache vorgeschrieben.
12 156.600 = 156.600 Simplex Schiff–Hafenbehörde  in F erlaubt
13 156.650 = 156.650 Simplex Schiff–Schiff · Schiff–Hafenbehörde  in F erlaubt In manchen Ländern Schiff–Hafenbehörde.
14 156.700 = 156.700 Simplex Nautische Information  in F erlaubt Nur befristet für Sonderveranstaltungen mit Genehmigung.
15 156.750 = 156.750 Simplex Bordfunk  in F erlaubt Ausschliesslich Funkverkehr an Bord. Typischer Kanal für Handfunkgeräte.
16 156.800 = 156.800 Simplex gesperrt / Sonderfall  in F erlaubt Nur in gemischten See-/Binnenzonen; Not- und Sicherheitsverkehr im Seefunk.
17 156.850 = 156.850 Simplex Bordfunk  in F erlaubt Ausschliesslich Funkverkehr an Bord. Typischer Kanal für Handfunkgeräte.
18 156.900 161.500 Duplex Nautische Information · Schiff–Hafenbehörde  in F erlaubt Wird an der Mosel als Schleusenkanal genutzt.
19 156.950 161.550 Duplex Nautische Information  in F erlaubt Wird an der Mosel als Schleusenkanal genutzt.
20 157.000 161.600 Duplex Nautische Information  in F erlaubt Wird an der Mosel als Schleusenkanal genutzt.
21 157.050 161.650 Duplex Nautische Information  in F erlaubt
22 157.100 161.700 Duplex Nautische Information  in F erlaubt Wird an der Mosel als Schleusenkanal genutzt.
23 157.150 161.750 Duplex Behördenkanal ! in F eingeschränkt Den Wasserstrassenverwaltungen vorbehalten.
26 157.300 161.900 Duplex Behördenkanal ! in F eingeschränkt Den Wasserstrassenverwaltungen vorbehalten.
28 157.400 162.000 Duplex Behördenkanal ! in F eingeschränkt Den Wasserstrassenverwaltungen vorbehalten.
67 156.375 = 156.375 Simplex Schiff–Schiff  in F nicht erlaubt Sicherheitsverkehr Nordsee.
68 156.425 = 156.425 Simplex Nautische Information  in F erlaubt
69 156.475 = 156.475 Simplex Nautische Information ! in F eingeschränkt Nicht innerhalb von 40 km zu Küste und Ästuar.
70 156.525 = 156.525 Simplex gesperrt / Sonderfall  in F nicht erlaubt DSC/ASN — auf Binnenwasserstrassen ausdrücklich verboten.
71 156.575 = 156.575 Simplex Schiff–Hafenbehörde ! in F eingeschränkt Nicht innerhalb von 40 km zu Küste und Ästuar.
72 156.625 = 156.625 Simplex Schiff–Schiff  in F erlaubt Private Gespräche erlaubt.
73 156.675 = 156.675 Simplex Nautische Information  in F nicht erlaubt Nur in bestimmten Ländern zugelassen.
75 156.775 = 156.775 Simplex Behördenkanal ! in F eingeschränkt Den Wasserstrassenverwaltungen vorbehalten.
76 156.825 = 156.825 Simplex AIS-Daten  in F nicht erlaubt Satellitengestützte AIS-Erfassung.
77 156.875 = 156.875 Simplex Schiff–Schiff  in F erlaubt Private Gespräche erlaubt.
78 156.925 161.525 Duplex Nautische Information  in F nicht erlaubt Wird an der Mosel als Schleusenkanal genutzt. In Frankreich nicht zugeteilt, in Deutschland in Gebrauch.
79 156.975 161.575 Duplex Nautische Information  in F nicht erlaubt Wird an der Mosel als Schleusenkanal genutzt. In Frankreich nicht zugeteilt, in Deutschland in Gebrauch.
80 157.025 161.625 Duplex Nautische Information  in F nicht erlaubt In Frankreich nicht zugeteilt, in Deutschland in Gebrauch.
81 157.075 161.675 Duplex Nautische Information  in F nicht erlaubt Wird an der Mosel als Schleusenkanal genutzt. In Frankreich nicht zugeteilt, in Deutschland in Gebrauch.
82 157.125 161.725 Duplex Nautische Information · Behördenkanal ! in F eingeschränkt Wird an der Mosel als Schleusenkanal genutzt.
83 157.175 161.775 Duplex Nautische Information  in F nicht erlaubt In Frankreich nicht zugeteilt, in Deutschland in Gebrauch.
87 157.375 = 157.375 Simplex Nautische Information · Schiff–Hafenbehörde  in F erlaubt Lotsen, Anlegen, Schleppen und andere nautische Zwecke.
AIS1 161.975 = 161.975 Simplex AIS-Daten  in F erlaubt Reiner AIS-Datenkanal, kein Sprechfunk.
AIS2 162.025 = 162.025 Simplex AIS-Daten  in F erlaubt Reiner AIS-Datenkanal, kein Sprechfunk.

Spalte F = Status in Frankreich nach ANFR: erlaubt · ! eingeschränkt · nicht zugeteilt. In Deutschland und Luxemburg gelten teilweise andere Zuteilungen — die Moselschleusen arbeiten unter anderem auf 78, 79, 81 und 82.

Die vier Verkehrskreise

Der Binnenschifffahrtsfunk ist in vier getrennte Netze aufgeteilt. Jedes hat eigene Kanäle, eigene Regeln und eine eigene maximale Sendeleistung.

Schiff – Schiff

Verständigung zwischen Fahrzeugen: Begegnung, Überholen, Fahrweg. Erster Anrufkanal ist die 10, gearbeitet wird auf 6, 8, 13, 72 oder 77.

max. 1 W · Simplex

Nautische Information

Fahrzeug gegen Landstation: Schleusen, Verkehrszentralen, Reviermeldungen, Wasserstände. An der Mosel der wichtigste Kreis nach Schiff–Schiff.

bis 25 W · Duplex / Semi-Duplex

Schiff – Hafenbehörde

Liegeplatzzuweisung, Hafenverkehr, Manöver im Hafenbecken.

max. 1 W · Simplex

Bordfunk

Verkehr an Bord oder innerhalb eines Schub- bzw. Schleppverbands, Kommandos beim Festmachen. Nur Kanäle 15 und 17.

max. 1 W · Simplex

Notruf, Dringlichkeit, Sicherheit

Drei Prioritätsstufen, drei Signalwörter. Wer sie verwechselt, verzögert die Hilfe. Der Notruf geht in der Regel an eine Landstation auf dem Kreis Nautische Information — auf der Mosel also an die zuständige Schleuse — oder an die Nachbarschaft auf Kanal 10.

Priorität 1 — Not

MAYDAY

Schiff oder Person in schwerer und unmittelbarer Gefahr, sofortige Hilfe nötig.

Anruf

  1. MAYDAY, MAYDAY, MAYDAY
  2. THIS IS — oder «HIER IST»
  3. Schiffsname, dreimal
  4. Rufzeichen, einmal

Meldung

  1. MAYDAY + Schiffsname + Rufzeichen
  2. Position (Fluss-Kilometer)
  3. Art der Notlage
  4. Welche Hilfe benötigt wird
  5. Alles, was den Rettungskräften hilft
  6. KOMMEN
BeispielMAYDAY, MAYDAY, MAYDAY.
HIER IST.
Segelyacht GLADYS, Segelyacht GLADYS, Segelyacht GLADYS.
LX1234 (Lima, X-ray, 1, 2, 3, 4).

MAYDAY Gladys LX1234.
Zu Berg bei Mosel-km 212, oberhalb Schleuse Grevenmacher.
Kollision mit einem Frachter, Wassereinbruch im Vorschiff.
Brauche sofort Hilfe, drei Personen an Bord.
Keine ausreichende Pumpe an Bord.
KOMMEN.
Priorität 2 — Dringlichkeit

PAN PAN

Dringende Lage ohne unmittelbare Lebensgefahr: Festfahrung ohne Leckage, verletzte oder erkrankte Person an Bord.

Anruf

  1. PAN PAN, PAN PAN, PAN PAN
  2. Name der gerufenen Station, dreimal
  3. THIS IS — oder «HIER IST»
  4. Schiffsname, dreimal
  5. Rufzeichen, einmal

Meldung

  1. Position
  2. Art der Dringlichkeit
  3. Welche Hilfe benötigt wird
  4. Was der Schiffsführer zu tun beabsichtigt
  5. Ergänzende Angaben
  6. KOMMEN
BeispielPAN PAN, PAN PAN, PAN PAN.
Schleuse Stadtbredimus, Schleuse Stadtbredimus, Schleuse Stadtbredimus.
HIER IST.
Motoryacht ELISABETH, ELISABETH, ELISABETH.
LX3680.

Zu Tal bei Mosel-km 231.
Crewmitglied gestürzt, vermutlich Schulterbruch.
Erbitte ärztliche Hilfe.
Gehe an den Fahrwasserrand.
Die Person ist ansprechbar.
KOMMEN.
Priorität 3 — Sicherheit

SECURITE

Gefahr für die Schifffahrt: Treibgut, Wrackteile, gesperrte Durchfahrt, Wetterwarnung.

Anruf

  1. SECURITE, SECURITE, SECURITE
  2. Name der gerufenen Station, dreimal
  3. THIS IS — oder «HIER IST»
  4. Schiffsname, dreimal
  5. ggf. Rufzeichen, einmal

Meldung

  1. Was gefunden bzw. beobachtet wurde
  2. Genaue Position
  3. Empfehlung für die übrige Schifffahrt
  4. ENDE
BeispielSECURITE, SECURITE, SECURITE.
Schleuse Grevenmacher, Schleuse Grevenmacher, Schleuse Grevenmacher.
HIER IST.
Motoryacht ELISABETH, ELISABETH, ELISABETH.
LX3680.

Treibender Baumstamm quer im Fahrwasser bei Mosel-km 210,5,
linkes Ufer, treibt zu Tal.
Wechselverkehr über die rechte Durchfahrt empfohlen.
ENDE.

Die Verfahrenswörter MAYDAY, MAYDAY RELAY, SILENCE MAYDAY, SILENCE FINI, PAN PAN, SECURITE, RECEIVED, THIS IS und ALL STATIONS werden nie übersetzt. Für THIS IS ist «HIER IST» zugelassen, für ALL STATIONS «AN ALLE FUNKSTELLEN». KOMMEN und ENDE stehen dagegen nicht im Regelwerk der Binnenschifffahrt — sie sind übliche Praxis, kein vorgeschriebener Wortlaut.

Empfangsbestätigung eines Notrufs

Wer einen Notruf hört und der Nachbarschaft angehört, muss ihn bestätigen. Auf dem Kreis Nautische Information macht das die Landstation. Auf Schiff–Schiff jede Station in Hörweite.

  1. MAYDAY
  2. Name des Schiffs in Not
  3. THIS IS — oder «HIER IST»
  4. eigener Stationsname
  5. RECEIVED
  6. MAYDAY

MAYDAY RELAY

Man gibt einen fremden Notruf weiter, wenn das Schiff in Not selbst nicht durchkommt. Signalwort dreimal, danach die Angaben aus dem Original-Notruf wiederholen.

Funkstille

Die Station, die den Notverkehr leitet, kann mit SILENCE MAYDAY alle anderen zum Schweigen bringen, mit PRUDENCE eingeschränkten Verkehr wieder freigeben und mit SILENCE FINI den Notverkehr beenden.

Praxis am Gerät

Meldepflicht auf Kanal 10

§ 4.05 der Moselschifffahrtspolizeiverordnung: Jedes Fahrzeug mit Sprechfunkanlage muss sich auf Kanal 10 melden, bevor es in unübersichtliche Strecken, Fahrwasserengen oder Brückenöffnungen einfährt. Das gilt auch für Sportboote, sobald ein Gerät an Bord ist.

Fahrzeuge mit Maschinenantrieb ausser Kleinfahrzeugen müssen ausserdem gleichzeitig auf Schiff–Schiff und Nautische Information hörbereit sein — dafür braucht es zwei Geräte. Kleinfahrzeuge halten bei unsichtigem Wetter Empfangsbereitschaft auf Schiff–Schiff.

ATIS statt DSC

Auf Binnenwasserstrassen muss jedes Gerät im ATIS-Modus laufen. ATIS sendet nach jedem Loslassen der Sprechtaste automatisch eine Kennung — und begrenzt die Leistung auf den Netzen Schiff–Schiff, Hafen und Bordfunk auf 1 W. DSC (Kanal 70) ist binnen verboten.

Der ATIS-Code hat die Form 9 – MID – Rufzeichen. Luxemburg hat die MID 253, luxemburgische ATIS-Kennungen beginnen also mit 9253…. Zugeteilt wird der Code mit der Funklizenz — in Luxemburg vom ILR.

Squelch richtig einstellen
  1. Auf Kanal 10 gehen.
  2. Squelch ganz aufdrehen — deutliches Rauschen.
  3. Langsam zurückdrehen, bis das Rauschen gerade verschwindet.
  4. Ein winziges Stück zurück.
  5. Wenn der Lautsprecher gelegentlich «klackt», sitzt die Einstellung.
Sendeleistung

Hi/Lo: 25 W maximal, 1 W reduziert. Auf Schiff–Schiff, Schiff–Hafenbehörde und im Bordfunk ist 1 W Pflicht — gute Geräte schalten selbst um. Handfunkgeräte laufen binnen zwischen 0,1 und 1 W.

Antenne

UKW breitet sich quasioptisch aus: was die Antenne nicht «sieht», hört sie auch nicht. Also so hoch wie möglich, senkrecht, und mindestens zwei Wellenlängen (rund 4 m) Abstand zu grösseren Metallteilen. An der Mosel gilt die Einschränkung: sie muss unter die Brücken passen. Eine Notantenne an Bord hat schon manchen gerettet.

Doppelwache abschalten

Die aus dem Seefunk bekannte Funktion «DUAL WATCH» / «DW» ist in der Binnenschifffahrt nicht zulässig und muss ausgeschaltet sein. Wer zwei Verkehrskreise gleichzeitig abhören muss, braucht zwei getrennte Geräte.

Welche Sprache?

Mit einer Landstation spricht man die Sprache des Landes, in dem die Station steht. Zwischen zwei Fahrzeugen die Sprache des Landes, in dem das rufende Fahrzeug fährt. Bei Verständigungsproblemen auf Rhein und Mosel: Deutsch. An der luxemburgischen Mosel kommt man mit Deutsch und Französisch durch.

Funkdisziplin
  • So kurz wie möglich, kurze Sätze, deutlich sprechen.
  • Testsendungen höchstens 10 Sekunden: Stationsname + «Probe».
  • Anweisungen der Landstation befolgen.
  • Kein privates Geplauder ausserhalb Kanal 77 (bzw. 72).
  • Was man zufällig mithört, bleibt für sich — das Fernmeldegeheimnis gilt auch auf UKW.

Internationales Buchstabieralphabet

Schiffsnamen, Rufzeichen und Abkürzungen werden buchstabiert. Betonte Silben sind gross geschrieben.

A AlfaAL fah
B BravoBRA vo
C CharlieTSCHAR li
D DeltaDELL tah
E EchoECK o
F FoxtrotFOKS trott
G GolfGOLF
H Hotelho TELL
I IndiaIN di ah
J JuliettDSCHU li ETT
K KiloKI lo
L LimaLI mah
M MikeMAIK
N Novemberno WEMM ber
O OscarOSS kar
P Papapa PAH
Q Quebecke BECK
R RomeoRO mi o
S Sierrasi ERR ah
T TangoTANG go
U UniformYU ni form
V VictorWIK tar
W WhiskeyWISS ki
X X-rayECKS ree
Y YankeeYANG ki
Z ZuluZU luu

Ziffern

0 NadazeroNA-DA-SI-RO
1 UnaoneU-NA-WANN
2 BissotwoBIS-SO-TU
3 TerrathreeTER-RA-TRI
4 KartefourKAR-TE-FOR
5 PantafivePAN-TA-FAIF
6 SoxisixSOK-SI-SIX
7 SettesevenSET-TE-SEWN
8 OktoeightOK-TO-EIT
9 NovenineNO-WE-NAIN

Funkzeugnis und Lizenz

Zwei getrennte Dinge: Das Funkzeugnis berechtigt die Person zum Funken, die Lizenz gehört zum Boot und erlaubt Einbau und Betrieb der Anlage. Beides muss an Bord sein.

Luxemburg — CORVNI beim ILR

Zuständig ist das ILR — Institut Luxembourgeois de Régulation. Das Binnenschifffahrts-Funkzeugnis heisst CORVNI (Certificat d'Opérateur Radiotéléphoniste sur les Voies de Navigation Intérieures), das luxemburgische Gegenstück zum deutschen UBI und zum französischen CRR fluvial. Prüfung in Theorie und Praxis, lebenslang gültig. Das ILR vergibt ausserdem Rufzeichen, MMSI und ATIS-Code und stellt die Schiffsfunklizenz aus (3 Jahre, verlängerbar). Vorbereitungskurse bieten verschiedene Wassersportvereine in Luxemburg an; Termine und Unterlagen veröffentlicht das ILR.

Deutschland — UBI

Das UBI (Beschränkt Gültiges Funkbetriebszeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk) wird vom DSV/DMYV im Auftrag abgenommen, die Frequenzzuteilung kommt von der Bundesnetzagentur.

Frankreich — CRR fluvial

Das CRR fluvial wird von der ANFR geprüft: 20 Multiple-Choice-Fragen, rund 25 Minuten, in beiden Teilen ist der Schnitt zu erreichen. Auf der Mosel zwischen Metz und der Grenze ist es in jedem Fall verlangt. Ein Seefunkzeugnis wird im Binnenbereich anerkannt — umgekehrt gilt das nicht.

Gegenseitige Anerkennung

Alle RAINWAT-Staaten erkennen die Zeugnisse der anderen an. Ein luxemburgisches CORVNI gilt also auch auf der deutschen und der französischen Mosel — und umgekehrt.

Prüfungstrainer

Fragen im Stil der CRR-/CORVNI-Prüfung. Antwort anklicken, die Auswertung kommt am Ende. Keine Anmeldung, keine Daten, kein Geld.

22 Fragen, zufällige Reihenfolge. Bestanden ab 70 %.

Häufige Fragen

Brauche ich als Sportbootfahrer auf der Mosel überhaupt ein Funkgerät?

Nein. Kleinfahrzeuge unter 20 m Rumpflänge sind von der Ausrüstungspflicht ausgenommen. Wer aber eines an Bord hat, unterliegt allen Regeln — Lizenz, Funkzeugnis, ATIS. Und praktisch gesehen: Wer die Schleuse anfunken kann, wartet deutlich kürzer.

Auf welchem Kanal rufe ich die Schleuse Grevenmacher?

Grevenmacher – Wellen liegt bei Mosel-km 212,9 und arbeitet auf UKW-Kanal 18. Die Nachbarschleuse Stadtbredimus – Palzem bei km 229,9 arbeitet auf Kanal 20.

Welches Funkzeugnis brauche ich in Luxemburg?

Das CORVNI, abgenommen vom ILR (Institut Luxembourgeois de Régulation). Es ist lebenslang gültig und wird in allen RAINWAT-Staaten anerkannt. Ein deutsches UBI oder ein französisches CRR fluvial gilt in Luxemburg ebenfalls.

Was ist ATIS und warum muss mein Gerät darauf stehen?

ATIS sendet nach jedem Loslassen der Sprechtaste automatisch eine Kennung, damit die Behörden jede Aussendung zuordnen können. Auf Binnenwasserstrassen ist der ATIS-Modus Pflicht, DSC dagegen verboten. Luxemburgische ATIS-Codes beginnen mit 9253.

Darf ich auf Kanal 16 rufen?

Auf der Mosel nicht. Kanal 16 ist der Not- und Anrufkanal des Seefunks und binnen nur in gemischten See-/Binnenzonen relevant. Der Anrufkanal für Schiff–Schiff ist die 10.

Darf ich über Funk privat plaudern?

Nur auf Kanal 77 (und in Frankreich und einigen weiteren Ländern auf Kanal 72). Auf allen anderen Kanälen sind ausschliesslich Meldungen zur Sicherheit von Personen, Navigation und Fahrzeug erlaubt.

Was kostet das alles auf nautic.lu?

Nichts. Diese Seite, die Kanaltabellen, der Prüfungstrainer und sämtliche Anzeigen auf nautic.lu sind und bleiben zu 100 % kostenlos. Es wird zu keinem Zeitpunkt Geld verlangt.

Quellen

Ohne Gewähr. Diese Seite fasst öffentlich zugängliche Informationen zusammen und ist eine Lernhilfe, keine amtliche Veröffentlichung. Kanäle, Betriebszeiten und Vorschriften ändern sich. Verbindlich sind allein das Handbuch Binnenschifffahrtsfunk, die geltenden Polizeiverordnungen und die Bekanntmachungen der zuständigen Behörden. nautic.lu ist und bleibt vollständig kostenlos.
Stand: 2026-08-23
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